
Der Ruhestand ist ein wichtiges Übergangsereignis.
Der Ruhestand ist ein wichtiger Übergang im Leben eines jeden Arbeitnehmers. Obwohl viele Menschen ihre Arbeitsjahre damit verbringen, von dem sorglosen Ruhestandsleben zu träumen, das sie genießen möchten, ist der eigentliche Ruhestandsprozess oft emotional und unerwartet herausfordernd. Dr. Robert C. Atchley vom American Institute of Financial Gerontology untersuchte die psychologische Erfahrung des Ruhestands und identifizierte aufeinander folgende 6-Phasen, die ein Rentner beim Übergang aus der Arbeitswelt erleben könnte. Man muss bedenken, dass nicht alle Individuen alle Phasen erleben. Dennoch kann das Bewusstsein für diese Phasen einem Rentner sowie seinen Freunden und seiner Familie helfen, den Übergang effektiv zu gestalten.
Vorruhestand
In der Vorruhestandsphase beginnt eine Person, die in den Ruhestand geht, ihre Sichtweise zu ändern, wobei sie sich weniger auf die Anforderungen ihrer Rolle am Arbeitsplatz als vielmehr auf ihren langfristigen Pensionsplan konzentriert. Gespräche mit Freunden, Familie und Mitarbeitern über "Leben nach der Arbeit" werden häufiger, da die Person beginnt, sich ein Leben und einen Lebensstil außerhalb ihres üblichen Arbeitsalltags vorzustellen. Für Unternehmer ist dies in der Regel die Phase, in der sie ihre Nachfolgepläne entwerfen und umsetzen. Diese erste Phase kann bis zu 15 Jahren vor dem eigentlichen Ruhestand beginnen.
Ruhestand
Die eigentliche Pensionierung ist die zweite Phase - und kann eine Reihe von Aktivitätsstufen umfassen. Während dieser Zeit erleben einige Personen eine Steigerung ihres Aktivitätsniveaus, weil sie unzählige Freizeitaktivitäten oder Hobbys ausüben, für die sie während ihrer Arbeit keine Zeit hatten, z. B. auf Reisen. Ein zweiter Typ von Individuum kann keine Änderung in der Aktivität erfahren; Diese Person hatte wahrscheinlich einen vollständigen Zeitplan für Aktivitäten außerhalb ihrer Arbeit - und hat nach ihrer Pensionierung immer noch Spaß an diesen Aktivitäten und findet leicht neue Aktivitäten, um so aktiv zu bleiben wie er während seiner Arbeit war. Ein dritter Typ von Menschen kann nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einen deutlichen Rückgang der Aktivität verzeichnen, häufig, weil sein Arbeitsleben extrem hektisch war - und er für eine Weile nur sehr wenig tun möchte. Dies kann sich mit der Zeit ändern. Unabhängig von ihrem Aktivitätsniveau verspüren die meisten Menschen in Phase zwei, die manchmal als "Flitterwochen" bezeichnet wird, ein Gefühl der Zufriedenheit.
Enttäuschung
Für einige Menschen folgt auf die zweite Phase ein Gefühl des Verlustes, der Unsicherheit und der Zwecklosigkeit. Es ist leicht zu unterschätzen, wie viel Zweck und emotionale Stabilität ein Job bieten kann, und daher kann sich eine Rentnerin durch das Loch in ihrer Routine und Veränderungen in ihrem Selbstgefühl blind fühlen. Darüber hinaus haben Personen, die bei 65 in Rente gehen, möglicherweise noch jahrzehntelange Gesundheit vor sich. Ohne einen klaren Sinn für langfristige Ziele kann die Rentnerin Langeweile, Frustration oder Sinnlosigkeit in ihrem Leben erleben.
Neuorientierung
Nach der Pensionierungs- und Ernüchterungsphase beginnt der Rentner typischerweise die vierte Phase: Neuorientierung. Während dieser Zeit beginnt er, sich emotional von den Höhen und Tiefen der Rentenerfahrung zu stabilisieren und zu bewerten, was in seinem Rentenlebensstil funktioniert und was nicht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen in dieser Phase neue Hobbys gründen, sich stärker in der Community engagieren oder neue Aktivitäten zu ihren Routinen hinzufügen.
Routine
Während der Routinephase gewöhnt sich eine Person wirklich an ihren arbeitslosen Lebensstil und ihre Identität. Sie weiß, wie sie ihre Zeit verbringen möchte, und hat Systeme und Ressourcen entsprechend eingerichtet. Idealerweise sollten alle Rentner viele Jahre in dieser Phase sein, da sie durch Stabilität und Zufriedenheit gekennzeichnet ist.
Beendigung des Ruhestandes
Die letzte Phase markiert das Ende des Rentenprozesses. In dieser Phase werden die Identität und Routine eines Individuums als Rentner in seinem Leben weniger wichtig. Für einige kann das Ende des Ruhestands eintreten, wenn sie neue Rollen in ihrem Leben einnehmen, beispielsweise die Rolle eines Großelternteils oder die eines Betreuers eines kranken Ehepartners. Für andere endet der Ruhestand, wenn sie sich auf ihre eigene Gesundheit konzentrieren müssen. Ein anderer Weg, wie die Pensionierung enden kann, besteht darin, dass der Einzelne beschließt, aus finanziellen oder persönlichen Gründen in einer bestimmten Funktion wieder in die Arbeitswelt einzutreten.




